Vertraut den neuen Wegen - Vom Loslassen und der Zukunft
Am 30.November sind Kirchenwahlen. Gewählt werden die Mitglieder des Kirchengemeinderats und der Landessynode. Ob nun Kirchengemeinde oder Landessynode: es warten enorme Herausforderungen auf die gewählten Mitglieder. Wir in Freiberg sind froh, dass sich so viele erfahrene KGR-Mitglieder wieder aufstellen lassen, um den eingeschlagenen Weg mit viel Herzblut weiterzugehen. Wenn man die bloßen Fakten ansieht, dann könnte einem schon bange werden. Der dramatische Rückgang an Kirchenmitgliedern wirkt sich sowohl kurz als auch langfristig auf die Landeskirche und die Kirchengemeinden aus. Dies bezieht sich u.a. zum einen auf den Pfarrplan, der ab 2030 vorsieht, dass Freiberg nur noch 1,75 Pfarrstellen zustehen (und das ist noch nicht das Ende der „Fahnenstange“) und zum anderen auf unsere Immobilienkonzeption. Hier hat es sich der KGR nicht einfach gemacht. Doch wer gut haushaltet, muss sich immer wieder fragen, wie wir als Kirchengemeinde (nicht nur) in Blick auf die Zukunft gut aufgestellt sind. Drastisch sinkende Zahlen bei Kirchenmitgliedern, einhergehend mit dem Einbruch von Kirchensteuermitteln, sowie das energetische Immobilienkonzept der Landeskirche (Oikos) und die Konsequenzen aus dem Pfarrplan, stellen uns vor die Herausforderung, uns von bestehenden Immobilien zu trennen. Wir können uns diese einfach nicht mehr leisten! Anstehende Sanierungen, sowie der Unterhalt von drei Gemeindehäusern können von unserer Kirchengemeinde nicht mehr gestemmt werden, zumal Zuschüsse seitens der Landeskirche wegfallen werden. Es gilt, sich diesen Herausforderungen zu stellen, damit wir in der Zukunft gut und bedarfsgerecht aufgestellt sind. Im Zuge der Fusion der Kirchengemeinden wurde bereits an der Idee eines Gemeindezentrums in der neuen Mitte von Freiberg gearbeitet. In diese Richtung soll es gehen, auch wenn bis zur Grundsteinlegung noch ein langer Weg zu gehen ist. Es gibt Gespräche mit der Stadt, dem Oberkirchenrat und dem Kirchenbezirk und wir sind zuversichtlich, dass diese Planungen auch umgesetzt werden können, auch wenn aktuell noch geklärt werden muss, wie es mit dem Zuschuss des Kirchenbezirks aussieht. Abhängig davon ist dann die Zusage über eine Bezuschussung durch den Oberkirchenrat. Diese Entscheidungen, u.a. durch den Kirchenbezirksausschuss und die Kirchenbezirkssynode brauchen Zeit. Um die Vision von der „neuen Mitte“ Wirklichkeit werden zu lassen, wurde vom KGR über die bestehenden Gebäude deshalb bereits in der Vergangenheit entschieden: Zunächst der Verkauf der Gemeindehäuser Amandus und Vogelsang. Auf Dauer werden wir aber auch voraussichtlich das Gemeindehaus in der Gartenstraße nicht halten können. Da der Pfarrplan ab spätestens 2030 nur noch 1,75 Pfarrstellen für Freiberg vorsieht, werden keine drei Pfarrhäuser mehr benötigt. Zuschüsse seitens der Landeskirche gibt es dann nicht mehr. Über 2030 hinaus wird sicherlich mit noch mehr Kürzungen zu rechnen sein. Zurzeit kann das Pfarrhaus bei der Amanduskirche nicht genutzt werden, eine Sanierung ist mit ca. 1,6 Millionen Euro veranschlagt. Deshalb werden wir dieses Pfarrhaus nicht mehr als solches nutzen können. Aufgrund der immensen finanziellen Belastung wurde vom KGR beschlossen, das Pfarrhaus zu verkaufen. Im Moment beraten wir darüber, über wen der Verkauf abgewickelt werden soll. Bei dieser Entscheidung hat es sich der KGR nicht einfach gemacht. Wir sind uns bewusst, dass für viele damit ein schmerzlicher Prozess verbunden ist. Doch Altes aufgeben heißt auch frei zu sein für Neues und zukunftsfähig zu bleiben. Deshalb müssen Entscheidungen getroffen werden, doch deshalb schauen wir auch nicht bange in die Zukunft, sondern sind zuversichtlich, dass wir mit einem neuen Gemeindezentrum in der Mitte von Freiberg für uns und die kommenden Generationen gut aufgestellt sind.
Martin Burger